Mietpreisbremse Image
Wohnungen Quelle: flashpics – Fotolia

Auch die beste Medizin ist wertlos, wenn sie nur die Symptome und nicht die Ursachen der Krankheit beseitigt. Die Mietpreisbremse und das Bestellerprinzip setzen an den Symptomen an. Gleichzeitig wird das deutsche Erfolgsmodell bestehend aus Vertragsfreiheit (bei Neuvermietungen) und effektivem Mieterschutz (bei Bestandsverträgen) über Bord geworfen. Will man den Anstieg der Mieten und Preise wirksam angehen, muss man an den Ursachen ansetzen. Und die Hauptursache ist die in einigen Städten seit Jahren beständig hohe Nachfrage nach Wohnungen, die bislang nicht bedient werden konnte. Die Politik sollte also versuchen, den Neubau zu unterstützen, insbesondere in den Städten, in denen bezahlbarer Wohnraum knapp geworden ist.

Die Politik bevorzugt hier jedoch die populistische Maßnahme, die sich gut verkaufen lässt. Wer sich die Zeit nimmt, über die Wirkungen nachzudenken, wird jedoch schnell zu dem Schluss kommen, dass die Maßnahmen den Mietern eher schaden. Warum ist das so? Als erstes wird die Mietpreisbremse als Investitionsbremse wirken. Sie wird dazu führen, dass es länger dauern wird, bis sich die angespannten Wohnungsmärkte wieder beruhigen. Zwar sind neu errichtete und umfassend modernisierte Wohnungen bei Neuvermietungen explizit ausgenommen, doch ist klar, dass Investoren auch berücksichtigen werden, dass sie den Mietzins – nachdem der erste Mieter ausgezogen ist – nicht mehr frei setzen können. Zweitens ist abzusehen, dass Vermieter nun eher darauf achten werden, ihre Mieten regelmäßig anzuheben. Dies wird zu schneller steigenden Bestandsmieten und Mietpreisspiegeln führen. Steigen die ortsüblichen Vergleichsmieten schneller an, besteht dann auch wieder mehr Spielraum bei den Neuverträgen. Zudem dürften Vermieter verstärkt geneigt sein, über Umwege die Mieten anzuheben, z.B. über Abstandszahlungen für Küchen.

Die Ausführungen im Gesetzesentwurf lassen befürchten, dass sich zu wenig Gedanken über die Wirkungen gemacht wurden. So steht zum Bestellerprinzip geschrieben, dass der Vermieter, wenn er den Makler bestellt hat, den Mieter nicht zur Zahlung der Courtage verpflichten darf. Der Vermieter hat aber auch bei geltender Mietpreisbremse das Recht, die Miete bis 10 Prozent oberhalb der Vergleichsmiete frei zu setzen. Das heißt, dass der Vermieter die Maklercourtage in der Regel ohne Probleme effektiv auf die Mieter umlegen kann. Auch die im Gesetzesentwurf genannten Zahlen vernachlässigen die klar abzusehenden Verhaltensanpassungen im Markt. So rechnet das Justizministerium mit Einsparungen für die Mieter in Höhe von 854 Millionen Euro pro Jahr. Diese hohe Zahl wird sich aber sicher nicht erreichen lassen, da die Mietpreisbremse die Mieten nicht effektiv beschränken kann. Den Mietpreisanstieg effektiv bremsen kann nur ein ausgeglichener Wohnungsmarkt. Zu befürchten sind also langfristig eher höhere Belastungen für die Mieter – bei gleichzeitig mehr Regulierung und Bürokratie im Markt.

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IW-Kurzbericht
IW-Kurzbericht, 15. September 2017

Michael Voigtländer / Jan Hebecker Immobilien-Index: Der Crash bleibt ausArrow

Die Unternehmen sind sich sehr sicher: Ein Crash in den nächsten zwei Jahren ist nicht zu erwarten, weder im Wohnungsmarkt noch im Gewerbeimmobilienmarkt. Und auch ansonsten schätzen die Unternehmen die Lage und auch die Aussichten als sehr gut ein. Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die ohnehin sehr gute Stimmung sogar noch weiter verbessert. mehr

Perspektiven für private Kleinvermieter
Presseveranstaltung, 13. September 2017

Pressegespräch mit Livestream Perspektiven für private KleinvermieterArrow

Deutschland ist traditionell eine Mieternation, knapp 55 Prozent aller Haushalte hierzulande leben in einer gemieteten Wohnung. Die überwiegende Mehrheit aller Mietwohnungen wird von sogenannten Kleinvermietern angeboten, also Haushalten, die sich nicht hauptberuflich mit der Vermietung von Wohnungen und Gewerbeflächen beschäftigen. mehr

Private Vermieter: Aus allen Schichten
Pressemitteilung, 13. September 2017

Michael Voigtländer / Björn Seipelt Private Vermieter: Aus allen SchichtenArrow

Anders als häufig gedacht, sind Vermieter von Wohnungen und Häusern nicht immer auch reich, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Tatsächlich werden die meisten Mietwohnungen in Deutschland von privaten Kleinvermietern angeboten. mehr