Die Reform des Wohngeld zum 1. Januar 2016 ist insgesamt positiv zu beurteilen, da es die über die Jahre verlorene Leistungsfähigkeit des Wohngeldes wieder hergestellt und den Miet- und Preisentwicklungen der letzten Jahre Rechnung trägt. Hierdurch wird ein sehr effizientes Instrument der sozialen Wohnungspolitik gestärkt. Die Berücksichtigung der Heizkosten bei der Ausgestaltung des Tarifverlaufs der Wohngeldformel ist ebenfalls zu begrüßen, da die Heizkosten einen integrativen Bestandteil der Mietbelastung darstellen. Da die Heizkosten in den letzten Jahren stark gestiegen sind, führte die Abschaffung der nur zwei Jahre gewährten Heizkostenpauschale zum 1. Januar 2011 zu einem Attraktivitätsverlust des Wohngeldes gegenüber der Grundsicherung. Die Berücksichtigung der Heizkosten innerhalb der Wohngeldformel stellt eine gute Alternative zur Heizkostenpauschale dar, da hierdurch auch die Einkommensverhältnisse über die Höhe des Zuschusses mitbestimmen und keine Richtwerte nach Haushaltsgröße herangezogen werden müssen. Das Verfahren ist einfach zu handhaben und induziert keine Fehlanreize bei den Empfängerhaushalten, da der Zuschuss unabhängig von den individuellen tatsächlichen Heizkosten gewährt wird.

Stellungnahme

Ralph Henger: Reform des Wohngelds – Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung zum Entwurf eines Gesetzes zur Reform des Wohngeldrechts und zur Änderung des Wohnraumförderungsgesetzes

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

Misslungene Wohnungspolitik – Falsche Rezepte neu aufgekocht
Gastbeitrag, 20. Juli 2017

Michael Voigtländer auf n-tv.de Misslungene Wohnungspolitik – Falsche Rezepte neu aufgekochtArrow

Die Große Koalition hat eine Wohnungspolitik wie in den 1970er-Jahren verfolgt. Mietpreisregulierungen und der Ausbau des sozialen Wohnungsbaus - all dies ist schon damals gescheitert. Ein Gastbeitrag von Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanz- und Immobilienmärkte im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. mehr

Gastbeitrag, 13. Juli 2017

Michael Voigtländer in The Property Post Luxusgut Wohnen – oder die Folgen fehlender VisionenArrow

Die Wohnungspolitik spielt in den Wahlprogrammen der Parteien durchaus eine Rolle, aber die vorgeschlagenen Maßnahmen sind insgesamt unbrauchbar, den Markt wirklich zu entspannen. Es fehlen die Vision in der Wohnungspolitik und der Wille, den Wohnungsbau in den Städten wirklich anzuregen, schreibt Michael Voigtländer in einem Gastbeitrag in The Property Post. mehr

ACCENTRO-IW Wohnkostenreport
Gutachten, 11. Juli 2017

Michael Voigtländer / Björn Seipelt ACCENTRO-IW WohnkostenreportArrow

Die Steigerung der Immobilienpreise hat sich auch im Jahr 2017 weiter fortgesetzt. Kaufen ist aber nach wie vor attraktiver als Mieten, wie ein Gutachten für die ACCENTRO REAL ESTATE AG zeigt, für das Mieten und Wohnnutzerkosten aus 401 Kreisen analysiert wurden. mehr